Chartern in der Ostsee

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Fender binnen oder buten? (von Anna & Reinhard, Eigner der HR34 und Hanse291)

Mittelmeersegler legen vor Muring an mit dem Heck zur Pier („römisch-katholisch“). Viele haben ihren Segelschein im Mittelmeer gemacht und segeln irgendwann zum ersten Mal in der Ostsee. Dort muss man zwischen die Pfähle und lernt schmerzhaft dazu – oder liest hier weiter.

Die Situation:
Fender hängen schon lange draußen, man steuert die Box an, die eine Seite (natürlich Lee) kommt dem Pfahl sehr nahe, der Fender bleibt am Pfahl hängen, rutscht auf der Reling bis zur Relingsstütze, kann dort nicht weiter, stoppt dann das Boot, dieses dreht sich um den Pfahl, der Seitenwind hilft nach, der Bug mit Anker zeigt schon auf das Nachbarschiff, die Relingsstütze ist hin – und die Kaution auch!
An Land haben´s natürlich die „Sehleute“ gesehen. Der Skpper schaut in die Runde, ob´s wirklich jemand gesehen hat.

Lösungsvorschlag für ehemalige Muringlieger zwischen Ostseepfählen:
Fender vorm Hafen nach buten so an die Reling binden, dass die Länge stimmt. Dann unterm unteren Relingsdraht hindurch nach binnen holen und flach auf Deck legen. Liegen lassen! Erst NACH Passieren der Pfähle die Fender in Lee mit dem Fuß nach buten kicken. Auf der LUV-Seite hat unterdessen jemand die LUV-Achterleine auf der Höhe der Wanten (dann passt die Länge schon ungefähr) über den achteren LUV-Pfahl gestülpt, geht nach vorne, schmeißt die LUV-Vorleine an Land und jumpt hinterher. Boot ist fest, Kaution gesichert. Wenn die Lee-Leinen wegen kleiner Crew noch nicht über sind, kann man´s leicht nachholen durch Holen und Fieren der beiden LUV-Leinen.

Abschluss:
Der Skipper lobt seine Crew, geht zu den „Sehleuten“ an Land, entschuldigt sich, dass es nichts zu sehen gab und kein Blut floss ;-))

Wir hoffen, Ihnen mit Humor und Augenzwinkern etwas Service geboten zu haben und wünschen einen angenehmen Törn auf unseren Schiffen.

Ihr Eignerpaar,
Anna & Reinhard